|
« Home · Themenarchiv · Firmenlinks · |
|
Wirtschaft in der Vorstadt Werner Schnieders ist Pressesprecher und »Mädchen für alles« der Werbe und Interessengemeinschaft Westerholt (WIW). Im E-Mail-Interview berichtet er über Ziele und Sinn dieser Interessengemeinschaft. who: Was macht eine Werbe- und Interessengemeinschaft in einem Stadtteil wie Westerholt? Oder anders: Was wurde erreicht, woran arbeiten Sie und wohin soll die Reise gehen? WIW: Puh, eine sehr umfangreiche Frage. Im Vordergrund steht der Leitgedanke, Kaufkraftabfluss in andere Zentren zu stoppen und Umsätze in Westerholter Betriebe zu leiten. Dafür ist zunächst mal eine Interessenvertretung Westerholter Betriebe notwendig, weil die Interessen eines Vorortes bei Rat und Verwaltung schnell übersehen werden und vom Tisch sind. Dabei ist es unsere Aufgabe, unsere Gesichtspunkte bei anstehenden Entscheidungen einzubringen. ![]() Nur ein Beispiel: auf dem ehemaligen Pollerberg-Grundstück Storcksmährstraße/Ecke Heinrichstraße wollten unsere politischen Vertreter einen großen Einkaufsmarkt mit Geschäften drumherum errichten. Dies hätte fatale Auswirkungen auf die Bahnhofstraße gehabt. Da Einzelhändler in der Politik selten eine Lobby haben, war es unsere Aufgabe, Entwicklungen entsprechend zu beeinflussen. Nun wird dort eine ansprechende Stadthäuser-Bebauung umgesetzt. Oder das Thema Bahnhofstraße. Bei Gründung unserer Gemeinschaft 1982 war es schon ein Ziel, die Westerholter Einkaufsstraße so umzugestalten, dass sie für Geschäfte und Verbraucher attraktiver wird. Wir freuen uns, dass dies nun endlich gelungen ist. Soweit zu den Rahmenbedingungen, die sich mit vielen Beispielen fortsetzen ließe. Aber natürlich ist es Aufgabe einer Werbegemeinschaft, das sagt schon der Name, entsprechende Werbung für den Ort zu betreiben. Dies tun wir in Form verschiedener Veranstaltungen wie Sommerfest und Weihnachtsmarkt und dem in diesem Oktober erstmals durchgeführten Kinder-Aktionstag. ![]() Im nächsten Jahr (Mai) kommt vielleicht ein kulinarisches Highlight auf dem Marktplatz dazu. Bisher waren unsere Veranstaltungen in der Regel immer ein voller Erfolg und eine große Werbung für unseren Ort und die anliegenden Geschäfte, soweit sie sich beteiligten. Wir wollen alles in unserer Kraft stehende tun, damit in Westerholt ein ansprechendes Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot bestehen bleiben kann. who: Wie schätzen Sie Westerholt als Wirtschaftsstandort ein? Was liegt im Argen und was hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt? WIW: Machen wir uns nichts vor. In den vergangenen 18 Jahren, vor allem in den 90ern hat es tiefgreifende Veränderungen in der Handelslandschaft gegeben. Man denke nur an das CentrO in Oberhausen. Ringsum sind Einkaufswelten entstanden, mit denen nicht nur wir nicht mithalten konnten. In den nächsten Jahren werden weitere Riesenzentren in Duisburg und Dortmund entstehen, selbst Recklinghausen erfährt mit dem Bau von Löhrhof II eine weitere deutliche Stärkung. Dazu kommen die ständigen Wildereien der Großfilialisten in ihren nicht ureigenen Sortimenten, die kleinen Händlern ständig Umsätze entziehen. Und natürlich nicht zu vergessen die neuen Möglichkeiten im E-Commerce, die in den nächsten Jahren für weitere nachhaltige Veränderungen sorgen werden. Angesichts dieser Entwicklungen wollen wir Westerholt zu einem feinen Einkaufszentrum entwickeln, das mit einigen Trümpfen wuchern kann: ausgewogenes Angebot im Nahversorgungsbereich und gute Geschäfte für den mittelfristigen Konsumgüterbereich, teilweise als spezialisierte Fachgeschäfte, die für den Verbraucher unersetzlich sind. Hinzu kommt die gute Erreichbarkeit über alle Verkehrswege sowie die Vorzüge der persönlichen Bekanntheit zwischen Kaufmann und Kunden, also weniger Anonymität als im Großstadtzentrum. who: Was macht die WIW, um junge, innovative Unternehmer zu fördern? WIW: Mit all den vorgenannten Konzepten versuchen wir, zunächst mal interessierte Unternehmen nach Westerholt zu locken. Dabei werden wir alles fördern, ob jung und innovativ oder frisch und lecker. Wir können auf der Basis einer von uns in Auftrag gegebenen Marktstudie hilfreiche Daten und Fakten liefern und durch unsere Erfahrungen helfen, Fuß zu fassen. In jedem Falle bieten wir uns als Gesprächspartner an. who: Was wird von Westerholter Unternehmern (vor allem von denjeningen, die nicht Mitglied sind) am WIW kritisiert? WIW: Leider äußern sich diese Betriebsinhaber selten. Zu positiven Entwicklungen sagen sie schon gar nichts. Wenn sie sich denn mal zu Wort melden, geht es häufig um für uns unlösbare Probleme. Z.B. das Parkplatzangebot, das zur Zeit einfach nur ausreichend plus (als Schulnote gesehen) genannt werden kann und sich nicht beliebig erweitern läßt. who: Was muss man tun, um Mitglied im WIW zu werden und was sind die Pflichten der Mitglieder? WIW: Um Mitglied zu werden, genügt die Bekanntgabe dieses Wunsches bei einem der in Westerholt überall bekannten Vorstandsmitglieder. Alles weitere geht dann von uns aus. Abgesehen von den geringen finanziellen Verpflichtungen erwarten wir eine konstruktive und aktive Mitgliedschaft. who: Was ist das Schwierigste an Ihrer Arbeit in der WIW? WIW: Das schwierigste ist eigentlich die Überzeugungsarbeit bei den eigenen Mitgliedern und das Aktivieren ihrer Fähigkeiten. Ganz oft haben wir es mit einer bleiernen Lethargie zu tun. Teilweise verständlich, denn es handelt sich in Westerholt häufig um Kleinstbetriebe mit gar keinen oder wenigen Beschäftigten. Die tägliche Arbeit verzehrt oft alle Kräfte und es bleibt wenig Zeit und Engagement für zusätzliche Einsätze. Aber um im Markt zu bestehen, muß einfach mehr getan werden. Es ist für uns unverständlich, wenn an einem verkaufsoffenen Sonntag sich lediglich 20 Geschäfte von insgesamt ca. 100 beteiligen. Um Umsätze zu machen und Kunden zu gewinnen, müssen solche Chancen einfach genutzt werden. ![]()
who: Sie setzen sich mit viel Engagement für die Interessen der Westerholter Unternehmer ein. Was sind Ihre persönlichen Gründe dafür? Die Tradition Ihres Unternehmens in Westerholt? Rein wirtschafliche Interessen? Pure Lust auf Veränderung? WIW: 1. Meine Vorstandskollegen und ich sind Westerholter Kinder. Wir wollen im Interesse unseres Heimatortes und seiner Menschen etwas leisten, was ihm eine gewisse Selbstbehauptung verschafft. 2. Es ärgert uns, wenn in vielen Jahrzehnten gewachsene Handelsstrukturen durch diese verflixte "Neue-Mitte-Manie" nachhaltig zerstört werden. Dabei werden nämlich nicht nur Betriebe und wohnungsnahe Arbeitsplätze vernichtet, ein Ort verliert mit seinem persönlichen Gesicht auch seine Identität und viel an Lebensqualität. Die sozialen Folgen sehen wir täglich überall. 3. Natürlich auch persönliche und wirtschaftliche Interessen. Mein Geschäft besteht nun seit 1912, es wurde von meinem Großvater gegründet. Es bietet meiner Familie und den Familien meiner Beschäftigten Einkommen und soziale Geborgenheit und unseren Kunden ein, wie ich hoffe, gutes wohnungsnahes Angebot. Traditionelles und modernes Handeln sollen dies auch in der Zukunft garantieren. who: Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview. Fakten zur WIW
Der Verein wurde im Oktober 1982 von Hans Klare, Werner Schnieders und anderen gegrüdent. Aktuell sind 62 Mitgliedsfirmen vertreten. Gremien des Vereins sind der Vorstand mit 5 der Beirat mit 6 Personen. Vorstand und Beirat tagen ca. alle 2 Monate an einem Abend miteinander. Mitgliederversammlungen gibt es pro Jahr drei. Der Vorstand hält täglichen Kontakt untereinander.
Der Vorstand besteht zur Zeit aus: Der zur Zeit gültige Mitgliedsbeitrag beträgt 30,-DM im Monat.
Kontaktadresse: |
|
|
|
|