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75 Stunden ehrenamtlich Ulrich Pätzel über die Sozialpolitik der Stadt Herten, seine Arbeit als SPD-Mann und über den Nutzen des Internets. who: Sie arbeiten als SPD-Mitglied im Stadtteil Westerholt und sind Mitglied im Rat der Stadt Herten. Was sind jeweils Ihre Aufgaben und wie verträgt sich Ihr Engagement mit Ihrem Privatleben und dem Beruf? UP: Nun, ich bin Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss des Rates, also im zentralen Steuerungsausschuss; dort habe ich die Möglichkeit, generelle Leitlinien mitzugestalten; die Arbeit in den weiteren Ausschüssen, in denen ich Mitglied bin, Bezirksausschuss, Kulturausschuss und Ausschuss für Schule und Jugend, umkreist immer konkretere Einzelthemen; besonders viel liegt mir aber an einer generellen Stadtentwicklung, die die gleichmäßige und verträgliche Entwicklung in allen Stadtteilen zum Ziel hat. Es gibt zahlreiche Probleme, deren Wirkungen wir erst in einigen Jahren deutlich spüren werden, die wir aber bereits heute erkennen können: ein Beispiel nur - die Sprachkompetenzfrage. Rund ein Drittel der aktuell 0-5 Jährigen wird beim Eintritt in den Kindergarten bzw. in die Grundschule nur mangelhafte Deutschkenntnisse mitbringen. Dies wird massive Auswirkungen auf unser gesamtes Bildungssystem haben; da müssen wir jetzt, in Zusammenarbeit bspw. mit dem Ausländerbeirat, Lösungen entwickeln, die auch kräftig Geld kosten dürfen.
who: Auf der Seite der SPD Herten setzen sie sich für die künftige Entwicklung des Bahnhofsgeländes Westerholt ein. »Hier wollen wir Strategien für Nachfolgenutzungen erarbeiten.« Was stellen Sie sich vor, gibt es schon Ansätze von Strategien?
UP: Das ist eine schwierige Sache. Wir müssen auch Westerholt
weiterentwickeln; dabei kann es nicht nur um
Stadtteilverschönerungsprojekte gehen, die auch sehr wichtig sind. Das
Bahnhofsgelände liegt brach: schnell ist nun zu prüfen, wie es mit der
Nutzung (gewerblicher Art) an dieser Stelle steht. Spricht etwas
dagegen? Wenn ja, was? Wenn nein, welche Strategien wollen wir nutzen,
um Zukunftsentwicklungen möglich zu machen. Das haben wir gefordert -
und die Verwaltung prüft dies augenblicklich. Ich bin schon auf die
Antworten gespannt, so daß eine nächste Planungsphase von statten gehen
kann, hoffentlich schon Anfang nächsten Jahres...
who: Wie gut geht es Westerholt im Vergleich zu anderen Stadtteilen Hertens? Was fehlt und was hat sich gut und schlecht entwickelt in den letzen 10 Jahren. UP: Westerholt ist auch weiterhin ein Stadtteil, der unterschiedlich entwickelt ist: einerseits eine sehr nette Wohnbebauung (Hof Ellinghaus zum Beispiel), andererseits eine Mischnutzung (um die Bahnhofstraße). Die Wohnqualität wie die Einkaufsattraktivität im zweiten Bereich ist durch die Neugestaltung der Bahnhofstraße erheblich verbessert worden. Negativ bleibt in Westerholt der Facharztmangel, gerade ältere MitbürgerInnen beklagen dies. Positiv ist das Naherholungsgebiet Baut, das als grüne Lunge um das Schloß und das Alte Dorf (frisch renoviert) äußerst attraktiv ist. Wir haben es geschafft, den guten Standard in Westerholt zu halten, müssen aber, um auch in Zukunft vorne zu bleiben, jetzt kräftig was machen. ![]() who: Thema Sparpläne und Schliessung der FBW: Sie wissen sicher, wie es um das Freizeitangebot in Westerholt steht. Gerade die Jugend wird hier mehr schlecht als recht bedient. Werden Sie sich für oder gegen die Schliessung einsetzen und mit welcher Begründung.
UP: Die FBW wird erhalten bleiben - allerdings wahrscheinlich nur als
Beleghaus. Dies schmerzt uns Westerholter besonders. Allerdings wird
dies nicht bedeuten, daß die Angebote, die es bislang in Westerholt
gibt, völlig wegfallen. VHS-Kurse, Kulturangebote der FBW werden an
anderer Stelle stattfinden. Jugendarbeit, die in den letzten Jahren
schon kaum noch in Westerholt stattfand, wird gestärkt: das neue Konzept
der Kinder- und Jugendarbeit (Ansiedlung an Schwerpunktschulen) wird in
Westerholt die Martin-Luther-Schule noch weiter stärken - sie wird
zentraler Anlaufpunkt und die Jugendarbeit in Westerholt aufwerten.
Was die Angebote für Jugendliche im kommerziellen Bereich angeht, so
kann ich nur auf die Situation Hertens als kleine Stadt verweisen: nur
wenn man das Ruhrgebiet als ganzes sieht, kann man auch dessen Vorteile
(vom CopaCaBackum in Herten über das CentrO in Oberhausen bis zum
Kulturangebot in Essen oder Bochum) nutzen.
who: Herten hat den Slogan »Technologie und Lebensqualitaet«. Was tut die SPD vor Ort, um den Klein- und mittelständischen Betrieben das Internet und seine Nutzung näher zu bringen.
UP: Die städtische Firma PROSOZ hat zahlreiche Internetlösungen
entwickelt, die auch für klein- und mittelständische Unternehmen
attraktiv sind. Die von der SPD aufgebaute Wirtschaftsförderungsagentur
bemüht sich nach Kräften allen Betrieben Hilfestellungen (von der
Beantragung von Projektmitteln, Existenzgründerkrediten bis hin zum
Technologietransfer) zu geben; auch in Zeiten knapper Kassen werden wir
diesen Service nicht aufgeben.
who: Wie nutzen Sie das Internet und wie fassen Sie Vorteile und Nachteile zusammen?
UP: Nun, ich nutze das Internet zum einen zur Informationsgewinnung, zum
anderen zum schnellen Austausch von Daten, manchmal auch zum Kauf von
Büchern... Ich merke, daß es viele Dinge vereinfacht; aber der
persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch, der wird durchs Internet nicht
ersetzt! Auch wenn ich beruflich Stunden davor verbringe, eine
Restskepsis bleibt.
who: Zuguterletzt. Haben Sie für unsere Leser ein paar kommentierte Surftips parat, die sie gerne weiterempfehlen?
UP: Aber klar, mit großer Freude. Ganz wichtig:
who: Danke für das Interview. Zur Website von SPD Ortsverein Westerholt |
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