|
« Home · Themenindex · |
|
Zwischen Spülmaschine und Webarbeit Jan-Paul Laarmann arbeitet als »Zivi« in der Freizeit- und Begnungsstätte Westerholt und hat die Website für das Querbeat-Festival gemacht. who: Du hast die Website für das Querbeat-Festival gestaltet. Was ist das für eine Veranstaltung und wie bist Du zu der Aufgabe gekommen, die Website zu machen? Paul: Das Querbeat-Festival (11.5/12.5) der FBW ist ein Versuch, die Hertener Musikszene, die oft den Eindruck eines seicht dahinsiechenden Komapatienten erweckt, ein wenig wachzurütteln. Das Konzept sieht vor, daß bewußt Bands unterschiedlicher musikalischer Stil-Richtungen zusammen spielen sollen, so haben wir diesmal mehrere Vertreter der härteren Gangart (Hardcore, ...), Hip Hop, aber auch Pop und einen "Solo-Entertainer + Gitarre" mit dabei. Dieses Jahr findet das Festial zum zweiten Mal statt. Ich wurde ins Projekt mit eingeweiht, weil ich als Zivi eine recht geringe Investition für einen Internetauftritt bin und auch sonst Spass an gestalterischen Aufgaben unterschiedlichster Natur habe.
Die Homepage soll unterstützenden und informativen Charakter haben, so
hat
sich z.B. durch die Einführung der Möglichkeit der Online-Bewerbung die
Anzahl der Bands, die gerne auf dem Festival spielen wollten, von 12
(letztes Querbeat) auf 52 gesteigert!
Auch sonst hat die Seite, wenn Sie nicht gerade wegen einer tückischen
Downtime ins Daten-Delirium geschleudert wird, täglich etwa
30-40 Besucher.
who: Gab es Probleme beim Erstellen und Hosten der Website? Was wünscht Du Dir für solcherart von Websites für Voraussetzungen? Paul: Man kennt das ja: Im ungünstigsten Moment geht immer alles schief. Gerade am Tag der Bekanntgabe der teilnehmenden Bands hat der aus Kostengründen gewählte Free-Space-Provider den Zugang auf unseren wohl-genutzten Webspace uns und auch allen Besuchern verweigert. Aber auch sonst hat man in der FBW oft mit widrigen Umständen wie Festplattencrash (heute) etc. zu rechnen. Dazu kommt, daß man als Haustechnikerzivi leider auch andere, von der "Chefetage" leider oft als wichtiger eingeschätzte Aufgaben zu bewältigen hat und somit oft die nötige Zeit und Ruhe (!) für produktives Arbeiten fehlt. Bei wichtigen Grundentscheidungen für ein einheitliches Web-Outfit, wie Farbschema und Schriftarten, habe ich immer Probleme. Ab und zu hatte ich mit meiner eigenen Unfähigkeit und geistigen Unordnung zu kämpfen, die aber meist durch meinen "Berater-Zivi" Andre, mit klugen Ratschlägen ausgeglichen wurden. Meine Motivation, unter den weiter unten beschriebenen Bedingungen, war (und ist) ehrlich gesagt auch oft nicht die größte. Natürlich stößt man bei auto-didaktischem Learning-by-Doing auch schnell mal an seine Grenzen, weswegen einige ambitionierte Ideen (z.B. in Sachen Flash) leider auch auf Eis liegen. Ansonsten muß ich sagen, das Gunnar und Arnie, - zusammen der Generalstab des Querbeat-Festivals - mir das Arbeiten durch ihre Mithilfe doch recht einfach gemacht haben.
Als bestmöglichste Voraussetzungenen für ein solches Projekt hätte ich ein 40-stündiges Nachtschicht-Heimarbeit-Zeitkontingent und genug Geld für ordentlichen Webspace und Domain-Registrierung ohne Werbung empfunden. who: Im FBW, was sind dort Deine Aufgaben und was macht Dir Spass und was weniger? Paul: Offiziell werde ich bei der Stadt Herten unter der Rubrik "Haustechniker" geführt, was meinem eigentlichen Arbeitsbereich aber nur teilweise entspricht. Im Prinzip ist es wie in vielen anderen Zivi-Jobs auch: Du bist Mann für alles. Ob nun Gartenarbeit, Spülmaschine, Bühnenelemente, Mithilfe im Jugendbereich, Flyer verteilen, Essen holen etc. Der Alltag gestaltet sich in der Regel doch recht abwechslungsreich! Nur Spätschichten,- Freitags oder Samstags auch mal bis 2 -, können schon ab und an nerven, sind aber meist dank Flatrate und guter Literatur erträglich (und geben dafür gut Überstunden). Klasse an dem Job ist die Tatsache, daß man viel Raum für das Einbringen eigener Interessen und Fähigkeiten hat, so versuche ich mich derzeit als Lehrer in Kinder- und Seniorencomputerkursen, was mir und (hoffentlich) auch den Teilnehmern - ob nun zehn oder achtzig Jahre alt - durchaus Spass macht und beiderseitig einiges an Erkenntnissen aufkeimen läßt. Was aber auf keinen Fall Spass macht, ist das Arbeiten unter den derzeitigen Vorzeichen, eines vom Sparzwang diktierten, rigiden Umbaus der Jugendarbeit in Herten. - So ist die Zukunft der FBW in ihrer heutigen Form doch recht ungewiss. Auch ist es nicht gerade besonders angenehm, dringende Anschaffungen auf Grund eines nicht genehmigten Haushalts der Stadt Herten nicht durchführen zu können. Auch dass das Hausprogramm von mal zu mal wegen Streichungsmaßnahmen dünner wird, trägt nicht gerade zur Steigerung der Motivation bei. who: Wie sehen Deine Zukunftspläne aus, auch im Hinblick auf das Internet? Paul: Wenn ich das wüßte! Leider befinde ich mich nämlich gerade in einem Stadium absoluter Desorientierung, was meinen beruflichen Werdegang betrifft. Auf etwas Gestalterisches in Richtung Graphik, digitale Photographie, Typographie und Bildbearbeitung etc. sowohl im Internet als auch im Printbereich hätte ich schon Lust. Vielleicht mache ich aber auch - wie jetzt schon während des Zivildienstes - etwas in Richtung EDV-Schulungen. Unter gewissen Umständen kann es auch sein, daß ich einfach stinknormal auf Lehramt studieren und als ewiger Student oder arbeitsloser Akademiker (wie von meiner Abitur-Stufe prophezeit) enden werde. Vielleicht pilger ich auch zu nem' Guru nach Indien oder umsegle die Welt mir einem umgebauten VW-Bus-Boot? - Wer weiß? Für die nähere (Zivi)-Zukunft habe ich erst einmal vor, die FBW-Seite zu renovieren und meine persönliche Heimat im Internet nach langer Abwesenheit mal wieder zu beziehen. who: Herten und das Internet, wie ist Dein Eindruck? Paul: Ach, ich muß sagen, daß mein Eindruck gar nicht so negativ ist. Die Stadt Herten hat trotz so vieler anderer Probleme zumindest einen doch recht ansehnlichen und repräsentativen Internet-Auftitt. Das private Engagment, ob man seine Augen nun auf Vereine, Bands, Gruppen oder auch Einzelpersonen richtet, ist ebenso durchaus akzeptabel, obgleich ausbaufähig. Einen Ansatz wie westerholt-online.de finde ich auch wirklich gelungen. who: Wie heißen zur Zeit Deine Lieblingsorte im Web und warum gerade diese? Paul: Komisch, leider muß ich zugeben, daß ich so auf Anhieb nicht den genialen Web-Tip auf Lager habe. Auch ein kleiner Blinzler in meine Favouriten-Liste hat mir keine Erhellung gebracht. Ich finde es immer recht, naja, sagen wir ein wenig uninteressant, wenn man auf so eine Frage mit Standard-Kram wie www.google.de, www.alleauktionen.de, und www.n-tv.de antwortet, da das vielleicht alles interessante Angebote sein mögen, aber nahezu jeder, der in der Lage ist, einen Newsletter zu abonnieren, diese Adressen schon kennt. Eigentlich bin ich ein recht unstetiger Reisender im weiten Netz, der nur kurz irgendwo verweilt und dann selten wiederkommt... Na gut, wenns denn sein muß:
who: Vielen Dank für die spannenden, lebendigen Antworten. :-) E-Mail an Paul ... Querbeat Festival |
|
|
|
|
|